''Es darf keine weiteren Zugeständnisse mehr geben!''
Foto © Kärntner Abwehrkämpferbund

''Es darf keine weiteren Zugeständnisse mehr geben!''

Kärntner Abwehrkämpferbund-Chef Fritz Schretter im Interview


Mit fast 10.000 Mitgliedern ist der Kärntner Abwehrkämpferbund (KAB) einer der größten Traditionsverbände unseres Heimatbundeslandes. Seit Jahrzehnten setzt sich der Verein für die Bewahrung des Andenkens an die Frauen und Männer im Kärntner Abwehrkampf und die darauffolgende Volksabstimmung am 10. Oktober 1920 ein. Auch in der Ortstafelfrage vertrat der KAB von jeher eine klare Linie. Nun will Justizministerin Alma Zadic (Grüne) drei Kärntner Bezirksgerichte schließen und dafür die Bezirksgerichte in Völkermarkt, Villach und Klagenfurt sowie das Landesgericht zweisprachig ausgestalten. Dies führte zu einer kärntenweiten Diskussion. Die „Kärntner Nachrichten“ haben daher den Landesobmann des Kärntner Abwehrkämpferbundes Fritz Schretter zum Interview gebeten und nach seiner Meinung gefragt.

KN: Der Kärntner Abwehrkämpferbund wird über 100 Jahre nach dem Abwehrkampf von vielen oft als überholt bezeichnet. Was entgegnen Sie diesen Kritikern und wo sehen Sie die Hauptaufgabe dieses Traditionsverbandes in der heutigen Zeit?

Fritz Schretter: Freiheit und Heimat sind das größte Wertegut unserer Gesellschaft. Dies gilt heute genauso wie vor etwas mehr als 100 Jahren, als die Kärntner Bevölkerung im Abwehrkampf für ihre Heimat einstand. Währenddessen kämpfen andere Völker noch heute in brutalen Kriegen für ihre Freiheit. Daher ist es unsere Aufgabe als KAB das Andenken an diesen Freiheitskampf und die darauffolgende Volksabstimmung auch für die nachfolgenden Generationen zu bewahren. Nur so kann das Bewusstsein für unsere Freiheit und Heimat auch in Zukunft überleben, denn nur wer weiß woher er kommt – seine eigene Geschichte kennt – ist in der Lage Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen.

KN: In der Ortstafelfrage und den Umgang mit den Forderungen der slowenischsprachigen Minderheit vertrat der KAB immer eine klare Linie. Nun gibt es seit mittlerweile elf Jahren die sogenannte Ortstafellösung. Doch immer wieder werden auch heute noch Forderungen der verschiedenen Slowenenvertreter laut. Wie sehen Sie die Sache aus heutiger Sicht?

Fritz Schretter: Auch die Ortstafellösung im Jahr 2011 sahen wir kritisch. Die immer wieder neuen Forderungen der Slowenenvertreter wie auch des Slowenischen Staates sind daher strikt abzulehnen! Es darf keine weiteren Zugeständnisse mehr geben! Ganz im Gegenteil, der Slowenische Staat muss endlich für eine offizielle Anerkennung und Förderung der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien sorgen. Wenn der Landeshauptmann lediglich einen Bericht zur Lage der Slowenischen Volksgruppe an Staatspräsidenten Pahor in Kärnten überreicht, ist das zu wenig. Es muss eine klare Position Kärntens gegenüber Slowenien geben.

KN: Nun will Justizministerin Alma Zadic (Grüne) – eine gebürtige Bosnierin – drei Bezirksgerichte in Kärnten zusperren und dafür die Bezirksgerichte in Völkermarkt, Villach und Klagenfurt sowie das Landesgericht zweisprachig ausgestalten. Auch Landeshauptmann Peter Kaiser soll in diesen Plan bereits seit längerer Zeit eingebunden gewesen sein und ihn gutheißen. Wie stehen Sie als oberster Vertreter des KAB dazu und welche Auswirkungen hätte dieser Schritt der Ministerin?

Fritz Schretter: Dieser Plan der Ministerin ist klar abzulehnen! Es kann nicht sein, dass funktionierende Bezirksgerichte zugesperrt werden, um durch die Hintertür ganz Kärnten zu slowenisieren. Nichts anderes würde es nämlich bedeuten, wenn an den Bezirksgerichten Villach, Klagenfurt und Völkermarkt sowie am Landesgericht Slowenisch als zweite Amtssprache eingeführt wird. Außerdem geht es hier nicht nur um die Verhandlungssprache, auch künftige Mitarbeiter der Gerichte dürften dann nur mehr aufgenommen werden, wenn sie auch Slowenisch sprechen. Dass der Kärntner Landeshauptmann von einer solchen Vorgangsweise wusste, die ÖVP Kärnten aber nicht, spricht für sich.

KN: Abschließend noch die Frage nach Ihren Wünschen für die Zukunft. Wohin soll sich der KAB entwickeln, um auch für die nächsten Generationen attraktiv zu sein und wie soll es in der Frage der slowenischsprachigen Minderheit für unser Heimatland weitergehen?

Fritz Schretter: Ich wünsche mir, dass der KAB auch in Zukunft noch als heimattreuer Verband besteht und die stolze Geschichte unseres schönen Heimatlandes auch für die nachfolgenden Generationen bewahrt. Wir haben immer wieder Neueintritte junger Kärntnerinnen und Kärntner und halten unsere Mitgliederzahl seit Jahren auf konstant hohem Niveau. Deshalb bin ich sicher, dass auch das nächste Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung noch mit einem großen KAB stattfinden wird. Zur Slowenenfrage nur ganz kurz: diese stellt sich für uns nicht mehr, da der Staatsvertrag schon längst mehr als erfüllt wurde. Daher sollte es mittels Beschluss rasch eine offizielle Aussage in diese Richtung des Kärntner Landtages geben.