Hypo-Untersuchungsausschuss: Kärnten will sein Geld zurück!
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Hypo-Untersuchungsausschuss: Kärnten will sein Geld zurück!

Freiheitliche wollen Gerechtigkeit für Kärnten


Der Kärntner FPÖ-Chef und Nationalratsabgeordnete Erwin Angerer im Gespräch mit den Kärntner Nachrichten über die Hypo-Milliarden, über Schuld und Verlust Kärntens und die Forderung nach einer Klärung.

KN: Herr Angerer, warum ist es Ihnen so wichtig das Thema Hypo wieder aufzurollen?
Angerer: Ich sehe es nicht als ein Aufrollen des Themas, sondern als ein Klären und Überprüfen der Ungerechtigkeiten, die hier gegenüber dem Land Kärnten passiert sind. Wir wollen Gerechtigkeit für Kärnten in Form eines Untersuchungsausschusses, der die Hypo/Heta-Abwicklung aufarbeitet. Wir sind es nicht nur Kärnten, sondern auch unserem einstigen Landeshauptmann Dr. Jörg Haider schuldig, eindeutig aufzuklären, was sich in der Causa Hypo tatsächlich zugetragen hat.

KN: Was war letztendlich der ausschlaggebende Grund für die Forderung nach einem Untersuchungsausschuss?
Angerer: Mittlerweile gibt es aus dem Verkauf der Hypo-Vermögenswerte ein Plus von 500 Millionen Euro. Das heißt es wurde durch die Abwicklung mehr erlöst, als es anerkannte Forderungen gab. Am 3. Dezember 2021 hat die Heta beschlossen, diese Gewinne freiwillig an alle Hypo-Gläubiger auszuschütten. Diese erhalten also inklusive der von ihnen bereits kassierten Zinsen mehr als 100 Prozent ihres eingesetzten Kapitals. Nur das Land Kärnten musste 1,2 Milliarden Euro zahlen und erhält keinen einzigen Cent aus den Erlösen.

KN: Was erhoffen Sie sich vom Untersuchungsausschuss?
Angerer: Das Land Kärnten hat unserer Ansicht nach zu Unrecht geblutet. Entweder hat man hier seitens der Landesregierung aus Unwissenheit so agiert oder aus Kalkül. Beides ist verwerflich und ein Skandal. Der U-Ausschuss „Gerechtigkeit für Kärnten“ soll klären, wo die Gründe für dieses desaströse Ergebnis aus der Sicht Kärntens liegen. Wie ist man im Finanzministerium über Kärnten drübergefahren? Welche Mängel gab es bei der Verhandlungsführung Kärntens? Das Ziel des Ausschusses muss sein, dass Kärnten doch noch einen gerechten Anteil an den hohen Hypo -Erlösen bekommt. Wir wollen schlicht und einfach unser Geld zurück!

KN: Was hätten Sie anders gemacht?
Angerer: Kärnten wäre heute mit Sicherheit nicht der große Verlierer in der „Hypo-Heta-Causa“, wenn die FPÖ-Forderung aus dem Jahr 2016 beim Hypo-Wertpapier-Ankauf erfüllt worden wäre: ‚Zuerst schauen, was bei der Verwertung aller Hypo-Vermögenswerte herauskommt und erst dann über eine etwaige Zahlung des Landes Kärnten reden.‘ Hätte man das gemacht, so hätte Kärnten heute 1,2 Milliarden Euro mehr am eigenen Konto.