Interview: Mit mutigen Ideen und Visionen!
Foto © FPÖ Kärnten

Interview: Mit mutigen Ideen und Visionen!

Für Erwin Angerer (FPÖ) braucht Kärnten wieder wahre „Leuchtturmprojekte“, um der Abwanderung entgegenzuwirken und für die Menschen etwas zu bewegen


FPÖ-Landesparteichef und designierter Klubobmann im Kärntner Landtag Erwin Angerer hat mit den Kärntner Nachrichten ein persönliches Resümee der Landtagswahl gezogen und über die künftige Arbeit der Freiheitlichen im Landtag gesprochen.

KN: Herr Angerer, die FPÖ hat mit Ihnen an der Spitze die Landtagswahl sehr erfolgreich geschlagen, wie geht es nun weiter?

Erwin Angerer: Zuallererst möchte ich sagen, dass uns dieses Ergebnis sehr positiv stimmt. Gemeinsam mit den vielen Helfern in den Gemeinden ist es uns gelungen, eine Aufholjagd zu starten. Die Umfragen vor einem Jahr haben uns lediglich 15 Prozent vorausgesagt. Tatsächlich wurden es nun 24,6 Prozent. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist, dass wir das 10. Mandat ganz knapp verpasst haben. Positiv wiederum stimmt uns, dass die Grünen den Einzug in den Landtag nicht geschafft haben. Wir Freiheitlichen sind die stärkste Oppositionspartei im Kärntner Landtag. Als diese gilt es nun, die Interessen der Kärntner bestmöglich zu vertreten.

KN: Haben Sie damit gerechnet, dass SPÖ und ÖVP sich wieder zu einer Koalition zusammenfinden?

Erwin Angerer: Nun, das war wenig überraschend, nachdem sich die ÖVP während des gesamten Wahlkampfs der SPÖ angebiedert hat. Die SPÖ ihrerseits hat nach dem desaströsen Wahlergebnis einen willfährigen Partner gebraucht, den hat sie abermals in der ÖVP gefunden. Das Regierungsprogramm liegt inzwischen vor. Wie erwartet, findet sich leider nichts darin, das Kärnten wirklich weiterbringen würde.

KN: Hätte sich die FPÖ eine Regierungsbeteiligung vorstellen können?

Erwin Angerer: Grundsätzlich sind wir dazu bereit, Verantwortung für unser Land zu übernehmen, unsere Ideale werden wir jedoch nicht verkaufen, nur um Macht zu erlangen. Was wir uns von der Regierung erwartet hätten, wäre beispielsweise die Verkleinerung der Landesregierung von sieben auf fünf Mitglieder gewesen. 2018 wurde das Proporzsystem in Kärnten abgeschafft, mit exakt dieser Begründung: Die Regierung entsprechend zu verkleinern, die Einsparungspotenziale zu nutzen, ohne Qualität einzubüßen. Das wird mit Rot/Schwarz nun aber nicht passieren. Mit zwei Regierungsbüros weniger hätten 15 Millionen Euro eingespart und etwa in einen Corona-Wiedergutmachungs-Fonds nach niederösterreichischem Vorbild fließen können. Der Rest hätte in die während der Coronazeit verlorene Bildung der Schüler investiert werden sollen. Dazu war Peter Kaiser nicht bereit.

KN: Welche Themen wird die FPÖ nach der Konstituierung des neuen Landtags zuerst in Angriff nehmen?

Erwin Angerer: Kärnten braucht wieder wahre „Leuchtturmprojekte“, um der Abwanderung etwas entgegenzusetzen und unsere Wirtschaft anzukurbeln, hierfür braucht es mutige Ideen und Visionen. Es gibt viele kluge und kreative Köpfe in diesem Land, die SPÖ-ÖVP Landesregierung täte gut daran, diesen zuzuhören, anstatt weiterhin nur im eigenen Saft zu schmoren. Wir werden unsererseits vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich weiterhin Druck machen, damit sich in der Pflege und hinsichtlich des Ärztemangels endlich was ändert. Auch kann es nicht sein, dass die Koalition ihren bestimmenden Einfluss in der KELAG nicht geltend macht und für einen fairen Strompreis sorgt. Politik muss im Sinne der Bürger und nicht für die Energiekonzerne arbeiten!

KN: Abschließend noch: in welchen Bereichen werden Sie im Landtag Ihre Expertise einbringen?

Erwin Angerer: Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Budget- und Wirtschaftssprecher der FPÖ im Nationalrat sehe ich meine Stärken auch im Landtag in diesen Bereichen. In diesem Zusammenhang ist es mir auch wichtig, dass wir auch weiterhin eng mit der Bundespartei zusammenarbeiten, damit Kärntner Interessen auch in Wien Gehör finden!