Kärntner ''Kinderstipendium'' gleicht einem Lotteriespiel
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Kärntner ''Kinderstipendium'' gleicht einem Lotteriespiel

Freiheitliche fordern Einführung eines "echten Gratis-Kindergartens"


Das Kinderstipendium hat nichts mit einem echten Gratis-Kindergarten zu tun, noch immer müssen rund 8.000 Kärntner Familien für die Kinderbetreuung tief in die Tasche greifen.

Seit Jahren liest man immer wieder, dass die SPÖ Kärnten zur kinder- und familienfreundlichsten Region Europas machen möchte. Das von der SPÖ initiierte „Kinderstipendium“ soll dazu beitragen, Kinderbetreuungseinrichtungen leistbarer werden zu lassen. Von der versprochenen 100-prozentigen Übernahme der Kosten für einen Kinderbetreuungsplatz ist man jedoch nach wie vor weit entfernt, wie selbst die SPÖ auf ihrer Homepage zugeben musste. Von den rund 18.000 Kindern in Betreuungseinrichtungen, fallen rund 8.000 durch den Rost, da weiterhin die Kosten, die über dem kärntenweiten Durschnitt liegen, von den Eltern selbst zu tragen sind.

Kärntens FPÖ-Chef und Nationalratsabgeordneter Erwin Angerer hat zu dieser „roten Mogelpackung“ eine klare Meinung: „Die SPÖ vermittelt einen falschen Eindruck. Der Kindergarten ist durch das Kinderstipendium nicht automatisch kostenlos. Viele Eltern müssen den Differenzbetrag weiterhin selbst aufwenden!“ Für Landesparteiobmann Erwin Angerer steht fest, dass das Kinderstipendium in dieser Form nicht mehr als ein „Vorwahl-Gag“, ist eine tatsächlich Entlastung müsse man unkomplizierter und vor allem flächendeckend einführen: „Wir haben bereits mehrfach die Einführung eines bundesweiten Gratis-Kindergartens gefordert. Nur so können wir sicherstellen, dass Eltern unabhängig von ihrer Postleitzahl finanziell fair behandelt werden.“ Für die Freiheitlichen sei es vor allem aber auch wichtig, verstärkt die „Ressource Familie“ zu nutzen.

Es sollen jene Eltern, die ihr Kind in den ersten Lebensjahren zuhause betreuen möchten, finanziell unterstützt werden: „Kinderbetreuung muss flexibel und mit absoluter Wahlfreiheit gestaltet sein. Mamas oder Papas, die sich dazu entscheiden, ihr Kind daheim zu lassen, dürfen finanziell nicht länger benachteiligt werden. Auch ihr Einsatz muss durch einen entsprechenden Mehrbetrag im Börserl honoriert werden!“

Das SPÖ-Kinderstipendium wirkt sich auch in keinster Weise positiv auf benötigte zusätzliche Betreuungsplätze oder flexiblere Betreuungszeiten aus. Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen müssen dringend erweitert werden, damit eine tatsächliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleistet wird“, erklärte Angerer, der als Bürgermeister einer kleinen Gemeinde um die Dringlichkeit einer funktionierenden Kinderbetreuungseinrichtung bestens Bescheid weiß. Darum forderte er erneut ein „Aus für das Lotteriespiel rund um das Kinderstipendium“ und forderte „die Einführung eines echten Gratis-Kindergartens“.