Kommentar des Monats: Erwin Angerer hat nicht ganz recht!
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Kommentar des Monats: Erwin Angerer hat nicht ganz recht!

Von Redaktionsleiter Markus di Bernardo


Tagelang war ein einziges Wort, welches FPÖ-Chef Erwin Angerer bei einer Rede als Metapher für die politische Auseinandersetzung im Landtag verwendete, Thema in den heimischen Medien. Die gesamte Medienlandschaft (fast) „prügelte“ auf den Spitzenpolitiker ein und unterstellte ihm Gewalt gegen Frauen.

Andere, viel wichtigere Themen wurden von den Journalisten ausgeblendet. Der von Angerer in diesem Zusammenhang angesprochene Gesundheits- und Pflegnotstand war wohl nicht dringlich genug.

Wenn aber Vertreter der Medien Wörter wie „prügeln“, „scharf schießen“ und ähnliches im politischen Kontext verwenden, ist das kein Grund für Aufregung. Auch nicht, wenn andersfärbige Parteien solche Wörter für überspitzte Formulierungen hernehmen. Kommt jedoch aus der FPÖ-Ecke so ein Sager, ist gleich ein künstlich hochgebauschter Skandal perfekt. Wo bleiben hier die Neutralität und journalistische Sorgfalt der Medienvertreter?

Ich muss jedoch trotz allem festhalten: Erwin Angerer hat nicht ganz recht! Seine Metapher gilt nicht nur für ein einzelnes Regierungsmitglied, sondern für die gesamte Regierung – egal, ob in Kärnten oder Wien!