Verbrechen an Sudetendeutschen bis heute ungesühnt
Beneš-Dekrete hatten zur Folge, dass Altösterreicher ab 1945 erschlagen, vergewaltigt, enteignet und vertrieben wurden
Es ist unumstritten, dass die jüngsten Kriegsverbrechen in der Ukraine lückenlos aufzuklären und die Täter einem Gericht zuzuführen sind. Diese Meinung tat auch der tschechische Außenminister Jan Lipavský jüngst in der „Frankfurter Allgemeinen Zei¬tung“ (FAZ) kund.
Dieses Interview rief auch den Vertriebenensprecher und Bundesrat Josef Ofner (FPÖ) auf den Plan: „Ich möchte Herrn Lipavský auch gerne daran erinnern, welches Leid der deutschsprechenden Volksgruppe nach 1945 in der damaligen Tschechoslowakei widerfahren ist. Die Sudetendeutschen waren keine Minderheit, sondern eine große und solide Volksgruppe, die in der nach 1918 geschaffenen Tschechoslowakei in vielen Teilen des Landes die Mehrheit stellte. Die sogenannten Beneš-Dekrete hatten nun zur Folge, dass diese Altösterreicher ab 1945 erschlagen, vergewaltigt, enteignet und vertrieben wurden, und dass weder die Tat an sich noch die Täter verurteilt wurden. Im Gegenteil, die Verbrecher wurden als Staatshelden gefeiert.“
Diese Verbrechen sind bis heute ungesühnt und in vielen Köpfen in Vergessenheit geraten. Deshalb fordert Ofner den tschechischen Außenminister auf, die Verbrechen seiner Landsleute vor einem Gericht zu sühnen.