''Wahlfreiheit, Chancen und Unterstützung für Kärntner Pensionisten!''
Foto © KLZ / Weichselbraun

''Wahlfreiheit, Chancen und Unterstützung für Kärntner Pensionisten!''

Kärntens FPÖ-Chef Erwin Angerer im Interview


Die Teuerungswelle prescht scheinbar unaufhaltsam durchs Land, die Inflation steigt stetig weiter an und die Menschen in Österreich – hier vor allem auch die Pensionisten – driften zusehends in die Armut ab. „Das ist eine Entwicklung, bei der wir nicht tatenlos zuschauen dürfen, sondern umgehend handeln müssen“, sagt der freiheitliche Wirtschaftssprecher im Nationalrat und Kärntner FPÖ-Chef Erwin Angerer.

KN: Herr Angerer, welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um den Pensionisten wieder Sicherheit und Stabilität zu geben?

Erwin Angerer: Es braucht generelle Maßnahmen, wie etwa einen staatlichen Preisdeckel, die Senkung der Steuern auf Treibstoffe und regelmäßige Preiskontrollen, um an den Ursachen der horrenden Preise für Strom, Heizung, Betriebskosten, Mieten, Treibstoffe und Lebensmittel anzusetzen und diese zu bekämpfen. Im Hinblick auf die Situation der Pensionisten muss zudem der gesetzliche Anpassungswert für Pensionen für das kommende Jahr über 10 Prozent liegen, um die Inflation voll auszugleichen. Alles darunter wäre ein sozialpolitisches Armutszeugnis.

KN: Gibt es Ihrer Meinung nach weitere Lebensbereiche, in denen die Pensionisten mehr unterstützt werden müssten?

Erwin Angerer: Ja, durchaus. Das Gesundheits- und Pflegesystem in Österreich steht kurz vor einem Kollaps. Die aktuelle Geldentwertung bekommen vor allem pflege- und betreuungsbedürftige Menschen besonders heftig zu spüren. Der Wertverlust beim Pflegegeld hat bereits die 30 Prozent-Marke übersprungen. Sogar Verträge zur 24-Stunden-Betreuung werden gekündigt, weil sie nicht mehr leistbar ist. Das führt dazu, dass Menschen aus der Pflege im angestammten heimischen Umfeld in die stationäre Pflege wechseln, was letztlich mehr Kosten verursacht als eine Erhöhung des Pflegegeldes. Neben einer Inflationsanpassung des Pflegegeldes ist dort das Pflegegeld überdurchschnittlich zu erhöhen, wo Pflege und Betreuung in den eigenen vier Wänden erfolgen. Damit kann ein Crash im stationären Bereich vermieden werden, und es wird sichergestellt, dass pflegebedürftige Menschen ihre gewohnte Umgebung nicht verlassen müssen. Doch das ist auf lange Sicht noch nicht genug.

KN: Was braucht es für ein langfristig stabiles Gesundheits- und Pflegesystem?

Erwin Angerer: Im „Kärntner Pflegemodell“ schlagen wir vor, dass die „Ressource Familie“ verstärkt genutzt wird. Pflegebedürftige Menschen sollen so lange wie möglich zuhause gepflegt werden können. Dazu braucht es eine angemessene finanzielle Unterstützung sowie sozialrechtliche Absicherung für diejenigen im Umkreis der Familie, die diese Aufgabe übernehmen – in Form eines „Pflegeschecks“ in der Höhe von 1.000 Euro pro Monat. Dieser soll eine finanzielle Anerkennung der pflegenden Angehörigen sein, die ihn auch dazu nutzen können, sich selbst zu versichern und bei Bedarf professionelle Unterstützung und Pflegeleistungen in Anspruch zu nehmen.

KN: Das heißt, unabhängig vom finanziellen Aspekt, soll den Menschen die Wahl zwischen Pflege zuhause und Pflegebetreuung in einem Heim freistehen?

Erwin Angerer: Genau. Wir vertreten klar die Devise, dass die Menschen von der Fremdbestimmung wieder mehr in die Selbstbestimmung kommen müssen und eigenständig über ihr Leben entscheiden können. Der Politik kommt hier die Aufgabe zu, die Rahmenbedingungen dafür vorzugeben und die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Dementsprechend fordern wir die Freiheit zur Selbstbestimmung und das Schaffen von Wahlmöglichkeiten in allen Lebensbereichen.

KN: Können Sie hierfür ein weiteres Beispiel nennen?

Erwin Angerer: Für Menschen, die sich in einer Korridorpension befinden und weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgehen möchten, ist dies mit einer Fülle von bürokratischen und finanziellen Hürden verbunden, die es den meisten Pensionisten verleidet, für einen gewissen Zeitraum neuerlich aktiv ins Berufsleben einzusteigen. Daher haben wir im Parlament den Antrag „Aktion 60 plus“ eingebracht, in dem wir die Beseitigung aller Hürden und Vorschriften fordern. Wer arbeiten möchte, sollte dies auch können – und das verdiente Geld sollte am Ende des Monats in der Tasche des Erwerbstätigen landen und nicht in der des Staates.